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Interview Fragen 6 - 9

6) Haben Sie konkrete Forderungen in Bezug auf mögliche gesetzliche Auflagen für Gerätehersteller, mit denen Leerlaufverluste eingedämmt werden könnten?

Jedes Elektro- oder Elektronikgerät muss einen Netzschalter haben, der einfach zugänglich, gut sichtbar und eindeutig gekennzeichnet ist. Kurz: Aus muss auch wirklich aus sein!

Doch neben dem Scheinaus ist auch die zwangsweise Bereitschaftshaltung mancher Elektrogeräte problematisch: Würden Sie Ihr Haus mit nur einem einzigen Lichtschalter versehen, so dass Sie, wenn Sie nachts lesen wollen, mit diesem Schalter alle Leuchten vom Keller bis zum Speicher einschalten? Sicher nicht. Bei Elektrogeräten ist das aber nicht ungewöhnlich. So gibt es Stereoanlagen, bei denen mit dem Einschalten alle Teile - vom Radio bis zum CD-Spieler - eingeschaltet werden - obwohl man nur den Kassettenrekorder braucht. Da geht unnütz Energie verloren.

Dass der Ruf nach verbindlichen Regeln für die Hersteller kommt, verstehe ich. Die Schwierigkeit ist, dass verbindliche Regelungen bei einem offenen Weltmarkt für Elektrogeräte auch international gemacht werden müssen. Das ist zäh, erfordert oft viele Jahre Verhandlungen und Abstimmungen. Denken sie an die vielen Beispiele der Gesetzgebung und Richtlinien, die in der Europäischen Union beschlossen werden. Es geht aber kein Weg drumherum, da am Ball zu bleiben, denn die Verbraucherinnen und Verbraucher können beim besten Willen durch ihr Verhalten nicht alles ausbügeln.

7) Gibt es EU-weite Bemühungen gegen Leerlaufverluste?

Ja, es gibt mehrere Zusagen von Herstellern zur Minderung von Leerlaufverlusten bei verschiedenen Gerätegruppen. Ob diese zu einem spürbaren Erfolg führen, ist unsicher. Daneben wird in Brüssel derzeit über eine Rahmenrichtlinie beraten, die später Möglichkeiten bieten könnte, diese Energievergeudung auch durch Ordnungsrecht – also per Gesetz - zu verringern. Wie das ausgeht, ist aber noch völlig offen.

8) Haben andere EU-Länder schon Regelungen, mit denen die Gerätehersteller stärker in die Pflicht genommen werden als in Deutschland?

Es gab in der Schweiz - also außerhalb der EU -  einen schärferen Ansatz. Der verlief aber leider nach ein paar Jahren im Sande.

9) Haben Sie eine Erklärung dafür, warum trotz der enormen Größenordnung (Leerlauf verschlingt laut Umweltbundesamt jährlich mindestens 3,5 Milliarden Euro) das Thema Leerlaufverluste in der Öffentlichkeit als wichtiges Umweltthema kaum präsent zu sein scheint?

So richtig können wir uns das auch nicht erklären. In Zeiten, in denen Geiz - um die Werbung zu zitieren - geil ist, wundert es mich schon, dass wir so sorglos Energie und damit bares Geld verschwenden. Beim Benzinpreis schauen wir auf jeden Cent, beim Stromverbrauch nehmen es Viele nicht so genau. Das mag daran liegen, dass bei Leerlaufverlusten die Kosten für den Verbraucher versteckt sind, sie die Folgen für die Umwelt nicht unmittelbar spüren. Ganz sicher brauchen wir deshalb noch mehr und bessere Informationen. Die Informationen müssen klar sein, am besten mit konkreten Zahlen – so wie in den BILD-Tests. Wir müssen schwarz auf weiß sehen, wie viel Geld wir mit den Leerlaufverlusten verschenken. Das rüttelt auf und wirkt auch. Ein Beispiel dafür, wie sich klare und zuverlässige Information lohnt, ist die Energiekennzeichnung auf Waschmaschinen und Kühlschränken. Wir wissen aus Umfragen, dass Viele mittlerweile beim Kauf auf diese Kennzeichnung achten.

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